Archiv für die Kategorie ‘Kommentar’

Australien

Donnerstag, 01. Juli 2010

Der Australier…
-an sich ist grundsätzlich easy unterwegs (”no worries”, “no drama”)
-hat einen sehr angenehmen, manchmal auch lustigen Akzent, der mir zunehmend unverständlicher wird, je weiter es aus der Stadt rausgeht.
-fährt Pick Up oder SUV
-raucht nicht
-hat ein Gesetz, welches untersagt, Koalas auf den Arm zu nehmen. Ausnahme: Tierpfleger im Zoo
-trägt im australischen Winter tagsüber bei 16°C gerne mal Handschuhe und Mütze
-nimmt seinen Müll mit nach Hause, denn öffentliche Abfalleimer existieren nicht wirklich und wenn, dann sind sie in Deutschland hergestellt (SULO)
-…
australia

BP – wer wusste es?

Samstag, 15. Mai 2010

10 interssante Punkte zum Thema BP:

1. BP steht nicht mehr für British Petrol. Das Backronym “beyond petroleum”beweist seit 1999 die Findigkeit der Werber bei Ogilvy & Mather.
2. Durch die Folgen einer Explosion der von BP gepachteten Ölbohrinsel “Deepwater Horizon”, fließen seit dem 20. April täglich geschätzte 800.000 Liter Öl in die Tiefsee. Diese Zahl beruht auf Beobachtungen aus dem Hubschrauber und am Leck in 1500m Tiefe, welches sich in völliger Dunkelheit befindet.
3. BP machte 2009 mit 80.300 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 239 Milliarden US-Dollar weltweit.
4. Das ergibt ca. 2,9 Millionen Dollar Umsatz pro Mitarbeiter.
5. Das Unternehmen besitzt ca. 28.000 Tankstellen weltweit.
6. Die Gründung des Geschäftsbereiches „Alternative Energy“ (Windkraft, Wasserstoff, Erdgas und Solarenergie) bewarb der Mutterkonzern 2005 mit einer 200 Millionen Dollar teuren Kampagne.
7. Die Emissionen, die durch BP-Produkte im Jahr 2006 weltweit freigesetzt wurden, beliefen sich laut Konzernangaben auf 539 Millionen Tonnen CO2. BP erzeugte überdies 78 Millionen Tonnen Treibhausgase direkt und fackelte mehr als 1,5 Millionen Tonnen Kohlenwasserstoffe bei Exploration und Erzeugung ab (Quelle: Die Zeit)
8. Die am häufigsten gestellte Frage in US-Medien zum Thema Katastrophe im Golf von Mexiko: “Ab wann müssen wir uns eigentlich ernsthafte Sorgen machen”?
9. Die Deutsche BP AG, zu der auch die Marke Aral gehört, ist führend im deutschen Tankstellennetz.
10. Beim derzeitigen Öldruck dauert es noch 240 Tage, bis der Golf von Mexiko so verseucht ist wie die Teile der Alaska-Küste nach dem Tankerunglück der Exxon Valdez.

Na denn. Weiterbohren…

Und noch ein lustiger TV-Spot:

We’ve heard great things about you…

Samstag, 23. Januar 2010

Discohouse

Dienstag, 19. Januar 2010

…kommt wieder. Na ist ja jetzt auch mehr als 10 Jahre her… dann geht das auch wieder. :-)
Lieber ist uns aber Discohouse ohne Discosamples… ja das geht alles – man muss nur wollen.

Hier das Gegenbeispiel:

Und das Original:

Final Edition – I can do it (anyway you want) aus dem Jahr 1978

Wahl-O-mat Kniffelfrage 38

Donnerstag, 01. Oktober 2009

Die Demokratie, die wir in der Bundesrepublik haben,
ist die beste Staatsform.

“Ja klar! – Nein. – Doch. – Wieso? WAS?” meine erste intuitive Reaktion lieferte kein eindeutiges Ergebnis, also den “These überspringen”-Knopf drücken? Nicht bei einer Frage dieser Tragweite, da hat man doch eine Meinung – also ganz langsam und nochmal von Vorne:

“Ja klar!” ist die erste Option, weil eine Verneinung eigentlich nur von Anhängern obskurer Radikalpositionen erwartet wird.
Das bin ich nicht – also “Ja”. Aber dies würde bedeuten, daß ich die hiesige Demokratie als das Nonplusultra aller existierenden, gewesenen und zukünftig denkbaren Demokratie- und Staatsformen erachten würde, kurz: “Besser als das hier gehts nicht, niemals” …hmmmmm. Ich kann mir aber sehr wohl etwas besseres Vorstellen, ohne direkt Verfassungsfeindlich zu sein. Und was ist überhaupt mit der schweizer Demokratie? Die soll ja auch ganz nett sein und funktioniert schon ein bischen länger als unsere einwandfrei. Also “Nein”, aber dies würde mein Ergebniss eventuell in eine Radikale Richtung verändern, mit der ich überhaupt nichts zu tun habe – ist das so? Ich Recherchiere. Tatsächlich sehen das alle Parteien bis auf die erwähnten Radikalen genauso – wirklich ALLE. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich halte die Demokratie für eine gute Staatsform. Vielleicht sogar die Beste. Aber die Frage hat den Nebensatz “die wir in der Bundesrepublik haben”. Also ist das jetzt und hier das Beste was es jemals geben kann? Eindeutig nein. Denn selbstverständlich können auch gute und funktionierende Dinge immer wieder verbessert werden. In Deutschland werden die besten Autos gebaut, weil die Erbauer sich mit dem Ergebnis nie wirklich zufrieden geben und immer wieder Optimierungen einführen. Für viele andere Bereiche gilt das auch. Aber bei unserer Staatsform ist nichts mehr zu optimieren? Alle relevanten politischen Parteien denken offensichtlich genau so. Ich bin verwirrt. Ich krame mein Schulwissen in “politische Bildung” hervor, vielleicht bringt mich das weiter.

“Rechts” oder “Konservativ” bedeutet demnach, daß alles so bleiben soll, wie es ist. Wäre ich Konservativ, müsste ich jetzt “Ja” klicken – Stimmt, und deckt sich mit den Angaben der jeweiligen Parteien – es sei denn man geht etwas weiter nach Rechts.

“Links” oder “Progressiv” sind Jene, die sich für die Gesellschaft eine bessere, solidarisch orientierte Zukunft denken können in der Jeder seinen Platz hat – ein Hauch von Utopie umgibt diese Richtung seit jeher. Sie können sich per Definition nicht mit dem Status Quo begnügen, also müssten Sie hier ein klares “Nein” zum besten geben. Tun sie aber nicht. Sogar einige der Radikaleren unter ihnen finden daß unsere deutsche Demokratie die beste Staatsform aller Zeiten ist – ich bin immer noch verwirrt, aber jetzt bin ich zusätzlich noch betrübt.

Hat denn keiner mehr neue Ideen? Oder liegt das daran daß, man sowas nicht mehr haben darf ohne sofort in irgendwelche Verfassungsfeindlichen Ecken gestellt zu werden? Hat der rheinische Kapitalismus jetzt auch die politische Deutungshoheit gewonnen?

Ich gehe das Problem von einer anderen Seite an: Wenn nun alle sooo überzeugt von unserem Weg der Demokratie sind, daß parteieübergreifende Einigkeit besteht, könnte das dann nicht eventuell in einen Sendungsauftrag á la G.W. Bush münden? Ich sehe gerade das Bundesheer an der schweizer Grenze vor meinem Geistigen Auge aufmarschieren, um ihnen dort unsere beste aller Staatsformen zu schenken. Danach wäre Frankreich dran – das hat nämlich eine präsidial orientierte Demokratieform im Einsatz – krasser Gegensatz zu unserer parlamentarischen Demokratie.
Nein, das ist zu radikal – mit “Ja” kann ich jetzt auf keinen Fall mehr Antworten, dazu mag ich die Schweizer und Franzosen zu sehr.

Je länger ich über diese Frage grüble desto verwirrender wird alles, desto mehr Fragen tun sich auf und desto deutlicher wird mir, daß man sich in Deutschland sehr gerne im kleinklein verliert und die großen Fragen außer Acht läßt, denn die sind ja schon geklärt – für alle Zukunft…

Empfehlung zur Bundestagswahl

Dienstag, 22. September 2009

Was war
Vor genau zehn Jahren endete mein Zivildienst und ich begab mich in die Sphäre, die heute “erster Arbeitsmarkt” genannt wird. Damals war ich verdammt neidisch auf alle Studenten in meinem Umfeld. Wenn sie nicht gerade die andere Hälfte der Welt bereisten, verabredeten Sie sich zum hemmungslosen Mittenunterderwocheraven (damals war das Clubangebot noch dementsprechend), hatten coole steuerfreie Studentenjobs, die Aussicht auf ein vielfaches von meinem Einstiegsgehalt und das ganze gutbezahlte Leben auf einer Erde ohne Großkonflikte noch vor sich.
Es war die Zeit als Schröder sich im Kashmirmantel bei einer Zigarre von Cicero die Haare färben ließ, und Bill Clinton, der beste Präsidentendarsteller nach JFK und Obama, glaubhaft versicherte, daß der dritte Weltkrieg gegen China frühestens in fünfzig Jahren stattfinden, und sowieso nur von Robotern auf dem Grund des Pazifiks ausgetragen würde – darauf gönnte er sich eine Zigarre. Wir, egal ob Arbeiter oder Student, glaubten das alles nur zu gerne – im Grunde ging es also darum, die richtigen Klamotten zu tragen, die richtige Farbe im Haar zu haben, die eigene Zigarre in irgendjemandes Mund zu stecken und anschließend den Satz “i did NOT have sexual relationship with…” wie eine unverblümte Lüge rüberzubringen, auch wenn er wahr war; …und das bischen Dritte-Welt bekommen wir auch noch irgendwie geregelt. Deswegen beneidete ich die Studenten – sie konnten diese Zeit in vollen Zügen geniessen, während Neoproletarier wie ich damit beschäftigt waren, die erste Internetblase aufzupusten, im festen Glauben, wir würden gerade den Wohlstand erwirtschaften, den unsere Studentenfreunde in ihrer üppiggen Freizeit genossen.

Was ist
Heute ist alles anders. Der dritte Weltkrieg ist in vollem Gange und anstatt Roboter kämpfen Leute mit jahrhundertealten Vorstellungen in ebensolchen Gewändern mit Uraltwaffen ziemlich erfolgreich gegen Leute aus damit überforderten High-Tech-Demokratien. Die Leute aus der dritten Welt haben die Geduld mit uns verloren und sich dazu entschlossen, uns einen Massenbesuch abzustatten. Die Leute, die bei uns das Sagen haben, geben sich allergrößte Mühe, nichts dazu zu sagen. Am meisten hat sich aber die Sache mit den Studenten verändert. Heutzutage bedeutet Studium das genaue Gegenteil von Freizeit und viele von meinen ehemaligen “Studienkollegen” bekamen bis heute nicht das in Aussicht gestellte Einstiegsgehalt, einige bekamen noch überhaupt kein Einstiegsgehalt. Sie sind schon froh, wenn sie sich von unbezahltem Praktikum zu schlecht bezahltem Praktikum hangeln können, und mir drängt sich der Verdacht auf daß Sie mit ihrer unbezahlten hochqualifizierten Arbeit den Mehrwert erwirtschaften, der mir ein mittlerweile ganz passables Gehalt ermöglicht.

Was bleibt
Nur die Sache mit den Klamotten, der Haarfarbe und der Zigarre hat sich nicht geändert. Wenn ich die Gespräche um mich herum analysiere, komme ich zu dem Schluß daß es heute immer noch von höchster Bedeutung ist, wer wessen Zigarre in den Mund nahm/nimmt/nehmen wird, welche Kleidung dabei gerade nicht getragen wird und welche Haarfarbe die Protagonisten vorweisen können.

meine Empfehlung:
Wenn man also die nächsten zehn Jahre im Blick hat, sollte man alle Parteiprogramme ungelesen lassen, und nach den Kriterien Haarfarbe, Klamotten, Zigarre urteilen – den immergültigen Werten einer zivilisierten Gesellschaft …und ganz nebenbei die Erklärung für den Untergang aller antiken Zivilisationen von den Babyloniern über Perser, Ägypter, Griechen bis zu dem Römern: sie hatten einfach noch keine Zigarren.

Kanye West…

Mittwoch, 16. September 2009

Damn jackass.

Dr. Dre rechnet ab

Montag, 14. September 2009

dr-dre

99% Aller, denen Dr. Dre ein Begriff ist, läuft unwillkürlich “The Chronic” durchs Ohr, wenn sein Name fällt. Mit diesem Album wurde Andre Romel Young berühmt, aber echte Musikgeschichte machte er in seiner Rolle als Produzent und Mastermind diverser Kombos, Projekte und Labels von 1984 bis heute. Mit der “World Class Wreckin Cru” gestaltete er den Electro- & Housesound der frühen Achtziger mit und wer weiß schon, daß er neben all seinen aktuellen Mainstreamprojekten auch noch die Muse hat, Beiträge auf dem bergisch-gladbacher Electrolabel LONE-Records von Gregor “Mr. Formic” Luttermann zu liefern? Wenn so jemand austeilt, dann ist für Jungspunde (worunter in diesem Fall der Rest der Welt fällt) artig zuhören angesagt, und das wird nicht leicht fallen – in einem SPIEGEL-Interview von Heute bescheinigt er Hip-Hop Substanz- und Ideenlosigkeit, und konstatiert daß “im Grunde [..] jetzt die nächste Musik kommen und den Laden übernehmen” kann. Dem ist so nichts hinzuzufügen.

Prinz Poldi hat ein Herz für Fahrstühle

Freitag, 11. September 2009

“Mal geht es rauf, mal geht es runter.. und das alles ohne Kraftanstrengung” das ist dem Prinzen wichtig: einfach und ohne Anstrengung das Level wechseln zu können. So hat er es auf der Nationalen Konferenz der Fahrstuhlhersteller gestern in Köln mehrfach betont. Auch seine Präsenz in Köln sei weder mit seiner Heimatverbundenheit noch mit der Tatsache, daß es hier grade ziemlich relaxt nach Unten gehe zu erklären, nein – Köln hat momentan die einzige TÜV-geprüfte Fahrstuhlmannschaft Deutschlands, mit einer erlaubten Maximalauslastung von 30 Personen. Nur Vorstand und Fans müssen bei Fahrten nach unten ein Weilchen in den oberen Stockwerken ausharren, was aber den Vorteil habe, daß wenn die Mannschaft kurz darauf wieder nach oben führe, alle anderen bereits da seien.

Prinz Poldi erklärt dem interessierten Fachpublikum, daß ein Fahrstuhl auch irgendwann wieder nach oben fährt, wenn nur jemand den richtigen Knopf drückt.

c/o pop – Der Festivalfilm

Donnerstag, 10. September 2009

Interviews, Konzerte, Meinungen, Bilder, Eindrücke.
Alles in einem Film.
Sehr juuuuut!

OFFENER BRIEF AN DAVID

Mittwoch, 02. September 2009

Ich hab gehört, Dir geht es schon viel besser, David, nachdem Du jetzt mit ordentlicher Mucke weltweit ordentlich Cash verdienst. Du hast es Dir auch wirklich verdient: Jahrelang musstest Du in Frankreich den Superstar-DJ spielen, hast das Pariser Olympiastadion vollgemacht und warst auf Radio FG nicht nur ne Nummer. Jahrelang haben verschiedene Produzenten versucht, Dir auch international den Durchbruch zu verpassen, da Du selber lieber beim Friseur sitzt als im Studio…. Es hat aber nie sein sollen. Trotz Deines hohen Innovationsgrades (Sidechain-Kompression und gepflegte Fingernägel).
Heute, wo Du endlich fette Synthie-Sounds mit schöööön viel Großraum-Reverb raushauen lässt, die mich an wahre Größen des Showbiz wie z.B. Corona, 2Unlimited, Dj Bobo a.k.a. Dj Popo oder Le Bouche erinnern, hat auch der Rest der Welt endlich Notiz von Dir genommen. Herzlichen Glückwunsch dazu, David. Du bist der geilste.

Ausserdem stehst Du jetzt seit 9 Wochen mit Deinem Remix für die Autotune-Gang Black Eyed Peas an der Spitze der amerikanischen Billboard-Charts – Kelly Rowland weiß ein Lied davon zu singen, was passiert “When Love Takes Over” und auf Ibiza ist das Pacha rappelvoll, wenn Du Deine Party “F*** me I’m Famous” schmeisst. Ich glaube, Du fickst zur Zeit wirklich mehr als der Durchschnitts-DJ, aber dass Du, abgesehen von den oben genannten Kollaborationen, auch noch ein Feature mit meinem Lieblingssänger Akon abbekommen hast, lässt mich vor Neid erblassen. ICH wollte doch eigentlich der erste europäische DJ sein, der mit Akon zusammenarbeitet. Das fasse ich als Diss Deinerseits auf! Also wenn Du bei meiner Lieblingsparty Loonyland für 80.000EUR/Stunde auflegst, mach Dich auf was gefasst… du Flachwichser.

Dein Philipp

Atomausstieg-Fail!

Dienstag, 01. September 2009

Paradoxe Geschichten sind unser Spezialgebiet, die KW36 strapaziert unseren schwarzen Humor mit dem “Welt-Statusbericht Atomindustrie 2009″. Demzufolge steht die umweltfreundliche und hochsichere Atomindustrie, neben ihrem Image und den endlichen Uranreserven, vor einem neuen Problem höchster Güte: Weltweiter Fachkräftemangel, so gut wie keinerlei Nachwuchs und überaltertes Personal von dem die Hälfte bis 2015 erstmal in Rente geht, könnte die Frage “Ausstieg oder Weiterbetrieb” weltweit quasi obsolet machen, denn in Kürze werden wir kaum mehr Leute und Know-How für weder das Eine noch das Andere haben. Einziger Lichtblick: Irans nukleare Kompetenzanstrengungen könnten Europa bei seinen von Rentnern betriebenen Uraltmeilern helfen, theoretisch zumindest…

Was ist eigentlich “Fußball”

Montag, 31. August 2009

Fußball ist ein Sportereignis mit Massenwirkung und daher primär ein Mittel der Herrschaftspolitik zur Selbstrepräsentation und Steigerung der eigenen Popularität, besonders aber auch zur Ablenkung von politischen Fragen, meist in Tateinheit mit Verführung durch Großzügigkeit, beinahe perfektioniert zu einem System der politischen Einschläferung.
Das Spiel selbst ist durchaus komplex gestaltet, soll es doch die jeweilig gegebenen Herrschaftsverhältnisse nur subtil erkennbar wiederspiegeln.

Auf dem Platz:

Die aktiven Teilnehmer gruppieren sich in zwei Parteien.
Zum einen die 22 Spieler, die unter dem Vorwand eines sportlichen Wettkampfs (der überhaupt nichts zur Sache tut) ununterbrochen unklare Situationen schaffen, die der anderen Partei, bestehend aus (meist) drei Schiedsrichtern, zur Klärung vorgelegt werden. Deren Wort ist stets Gesetz, und da sie offiziell vom Anspruch des Gewinnen sollens befreit sind, besteht der Sinn des Spiels darin, dem Publikum eine Meinung bilden zu lassen, ob denn die Aktionen der Schiedsrichter korrekt waren oder nicht. Da die Meinung des Publikums lautstark geäussert wird, aber nichts am Spruch der Schiedsrichter ändert, wird also ein perfektes Modell der westlichen Demokratien auf einem grünen Rasen mit 26 Akteuren nachgebildet, das jeder versteht.

Die Spieler werden in der Regel von zwei unterschiedlichen Werbeplatzvermarktern gestellt, und haben die Aufgabe, die Illusion eines sportlichen Wettkampfes untereinander zu erzeugen. In diesem geht es hauptsächlich darum den Spielern des anderen Werbeplatzvermarkters physische Gewalt knapp unterhalb einer gewissen, von der Tageslaune der Schiedsrichter festgesetzten, Schwelle angedeihen zu lassen und dabei möglichst gut auszusehen. Das Einzige, was bei Beginn des Spiels noch nicht feststeht ist die Gewaltschwelle, bei der die Schiedsrichter eingreifen. Alles andere wird gemeinhin im Vorfeld zwischen den Werbeplatzvermarktern und der Schiedsrichterpartei in einem rituell geheimgehaltenen Meeting geregelt.

Um den Bezug zur Realität abseits des Spielfeldes auch im Detail zu wahren, ist jeder einzelne Spieler sowohl Werbeplatz, Marke und Vermarkter in eigener Sache, was die Hauptmotivation seiner Handlungen während des Spiels darstellen dürfte. In den letzten Jahren wurden zwar mehr und mehr fiktive zählbare Kriterien (Tore & deren Schüsse, Ecken, etc) erfunden, um dem Statistikbedürfnis des Publikums gerecht zu werden, aber es findet sich auch unter den eingefleischtesten Experten kaum jemand, der erklären könnte was z.B. ein “Tor” ist. Das gleiche gilt übrigens auch für die Regeln. Während Sporthistoriker und Archäologen die Ansicht vertreten, es gäbe mindestens eine historisch belegte, als “Abseitsregel” bezeichnete Anweisung zum Spielablauf, deren sinnhafte Übersetzung aus dem Altenglischen so etwas wie “Nachts ist es kälter als draussen” bedeutet, und die bis heute Gültigkeit habe – hat sich allgemein der Standpunkt durchgesetzt, daß die Regeln des freien Marktes gälten, und derjenige gewonnen habe, dessen Marktwert nach dem Spiel höher ist als vorher.

Soll nächsten Spieltag endlich das erste mal für den FC auflaufen: Prinz Poldi

Krise: Konsum minderwertiger Ersatzdrogen nimmt zu

Mittwoch, 26. August 2009

Da die NATO noch mindestens ein Jahrzehnt benötigen wird, um den Opiumanbau in Afghanistan auf das alte Produktionsniveau zu führen, sind mittlerweile einige Konsumenten auf die Ersatzdroge “Sport treiben” umgestiegen, deren Wirksamkeit bei exzessiver Ausübung der Einnahme von Opiaten erwiesenermaßen in nichts nachsteht. Nur scheitern Viele halt am “exzessiv”, denn mit ein paar Kniebeugen am Tag läßt sich der Dopaminspiegel im Gehirn nicht auf das gewünschte Maß steigern. Und wer läuft bitteschön wochenlang einen Marathon (42,7 km) am Tag, nur um beim Absetzen ein paar Tage die gleichen Entzugserscheinungen wie beim guten alten Heroin zu genießen? Alles viel zu anstrengend – daher hat sich ein Großteil der Konsumenten dazu entschlossen, direkt auf die minderwertige Ersatzdroge “Sport gucken” umzusteigen (was sind das nur für traurige Zeiten!). Die einzig relevanten nachweisbaren Wirkungen hierbei sind Reduktion des Intelligenzquotienten und kleinere Endorphinausschüttungen beim Gruppenkonsum, wobei sich hier der Mischkonsum mit Alkohol zunehmend durchzusetzten scheint. Auch bei den Entzugserscheinungen siehts eher mager aus, einzig nennenswert wäre hier “schlechte Laune”, wobei sich dies in Einzelfällen durchaus extrem gestalten kann. Zu erwähnen wäre noch, daß die Versorgungslage beim “Sport gucken” geradezu paradisisch ist, und daß es große Unterschiede macht welche Sportart konsumiert wird. Im Mischkonsum mit Alkohol erzielt “Fußball” (müsst ihr googeln, oder ich erklär nächste Woche, was das ist) wohl die besten Ergebnisse was die Reduktion des IQs angeht. “Radfahren”, “Schach” und “Leichtathletik” sind eher was für Anfänger und von synthetisch erzeugten Importen wie “Basketball”, “Baseball” und “Hockey” wird grundsätzlich abgeraten, da auch für erfahrene User kaum Einschätzbar ist, wieviel wirksame Substanz sie enthalten.

An die junge Mutter im Biosupermarkt

Freitag, 07. August 2009

In klassischen Nachrichtenmedien ist sehr oft von dem Steuerzahler und dem Wähler die Rede. Jeder weiß, was damit gemeint ist, nämlich noch haben wir mehrere Wähler. Aber da die schlampige Arbeit der mit Artenschutz betrauten Organisationen bekannt ist, kann man davon ausgehen, daß es bald nur noch einen gibt.
Das würde ich mir auch von protzstolzen jungen und halbjungen Müttern, die allesamt nebst Nachwuchs in Biosupermärkten zu übersommern scheinen, wünschen. Also nutze ich die Formulierung die junge Mutter, obwohl davon alleine in Köln-Sülz ca sieben Millionen Allnatura, Basic & Co als Lebensraum entdeckt haben.
Aufgrund enormer Faulheit (der REWE ist ca 300 Meter weiter) bleibt mir tagsüber nur die Einkehr in diese mir eigentlich sehr suspekten Örtlichkeiten um mich mit dem Nötigsten zu versorgen. Da sie aber sehr angenehm klimatisiert sind, eine echt gute Weinabteilung haben und bei Biokindern das Plärren und Nörgeln standardmäßig deinstalliert scheint, kann man’s da eigentlich ein paar Minuten gut aushalten. Gestern fand ich neben der auch nicht so ganz zu verachtenden Käsetheke zwei Exemplare Typ junge Mutter 2.0 in Diskussion mit einer Verkäuferin vor, ob denn “Klimatisierung in einem Biomarkt sein müsse…” das wäre nämlich umweltschädlich und überhaupt nicht nachhaltig…
Für uns, die wir ausserhalb der Traumwelt von Kinderzimmer, Homeoffice und Biomarkt leben, ist das natürlich ein Brüller – klassischer Fall vom Elefant der im Porzellanladen aus Glas mit Steinen schmeißt, aber das kann man ja nur wissen, wenn man von gewissen Zusammenhängen Notiz nimmt, die innerhalb von Biomärkten gerne totgeschwiegen werden um die postnatale Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Diesen Luxus können wir euch nicht leisten und daher möchte ich hier nochmal kurz ein paar altbekannte Zusammenhänge auffrischen: Ein Umweltproblem haben wir, weil zuviele Menschen Ressourcen in Anspruch nehmen. Kriegsgefahr entsteht meist dort wo viele Menschen Zugriff auf die Ressourcen anderer vieler Menschen erlangen möchten.
Der mitdenkende Leser merkt sofort: hier gehts um zuviele Menschen. In Industrienationen wie unserer z.B. erzeugt jedes Individuum ca 9 Tonnen CO² pro Jahr & Kopf, und hat gerne ein Handy das zum Funktionieren Mineralien benötigt, die aus eigens dafür geschaffenen Kriegsgebieten bezogen werden. Kurz und Gut erfüllt heutzutage die Anschaffung von Nachwuchs (und da bin ich mir mit der UNO einig) die folgenden drei Tatbestände:

  • Egotrip Deluxe
  • Kriegstreiberei
  • Umweltzerstörung

Anders gesagt darf ich, wenn ich auf Nachwuchs verzichte ein Vierliter-SUV haben, es rund um die Uhr im Standgas laufen lassen, damit zum 300 Meter weit entfernten REWE und zurück fahren, dreimal pro Jahr für nen Nachmittag nach Australien fliegen, alle meine elektronischen Geräte immer anlassen, sogar Klimaanlage und Heizung gleichzeitig auf höchster Stufe laufen lassen und lebe Umweltfreundlicher, Klimaverträglicher, Nachhaltiger und Friedfertiger als Jeder, der auch nur ein halbes Balg in die Welt setzt.

Aber Hey! Ich möchte hier nicht den Gutmenschen vorspielen, der ich nicht bin, natürlich läuft das was ich in meinem Job tue aufs selbe hinaus, nur bin ich nicht so scheinheilig und tu so, als wüsste ich von nix und zeige mit dem Finger auf Leute die noch viel weniger schlecht sind als ich, weil ich mich grade auf einem super-happy-bio-mein-Kind-Nachhaltigkeitsfamilien-alle-anderen-sind-ja-soooo-böse Trip befinde.