drei Jahre nach dem iPhone geistern wieder Worte wie “Revolution”, “neue Ära” und “fundamentaler Wandel” durch Tech-Reviews. Warum das stimmt, aber überhaupt nichts mit Technik zu tun hat…

Computerprozessoren gibts seit fünfzig jahren, Touchscreens seit zwanzig, Email und Internet ebenfalls, das Grundlegende Konzept für einen Tablet-PC ist seit mindestens zehn Jahren in Schubladen diverser Unternehmen.
Also was (ausser dem Format) ist neu?
Bleiben wir kurz beim iPhone, das wir alle kennen. Es ist kein Produkt für Technik-Freaks, sondern genau für die restlichen 99% der Menschheit, denen es egal ist wie es funktioniert. Die stattdessen Fragen: Was kann ich damit machen?
Und nun kommt Apples Hauptleistung: nachdem beantwortet ist WAS man machen kann, stellt sich die Frage nach dem WIE meist nicht mehr. Intuitive Benutzersteuerung ist das Stichwort.
Diese Leistung ist keine Technische sondern eine Anthropologische. Nachdem wir nun drei jahre lang vom iPhone gelernt haben, daß wir in Zukunft Menues, Aktionen und Darstellungen so vorfinden, wie wir es logischerweise erwarten und sich das Gerät an unsere und seine momentane Lage anpasst, erleben wir ab diesem Jahr die Durchsetzung intuitiver Bedienungen in allen anderen Bereichen, denen digitaler Technik zugrunde liegt.
Das vom Menschen mit Fachkenntniss zu administrierende Dinosauriertool PC ist endgültig ein Ausläufermodell, ab sofort hat die Technik das zu tun, was der Laie von ihr erwartet, so wie er es erwartet. Ausserdem soll sie endlich das Maul halten, wenn sie sich wieder irgendein update reinziehen muß! Was interessiert mich das, ich twittere doch auch nicht ständig in die Umwelt, daß ich mir grade eine Frikadelle futtere, und frage vorher nach Erlaubnis – oder doch?

Die Zukunft des Sehens im Auge des Hasens


Die Wächter des Jungbrunnens? Moai-Figuren auf Rapa Nui.





Mit dem unspektakulären Start einer Atlasrakete hat die NASA heute das Rennen um die Kolonie- und Rohstoffclaims auf dem Mond eröffnet. Lunar Reconnaissance Orbiter soll die Mondoberfläche dreidimensional erfassen um zukünftige Landeplätze zu finden; nach Wasser und Rohstoffen suchen, sowie Temperatur und Strahlungsmessungen durchführen.
LRO deponiert ausserdem einen Microchip mit den Namen von 1,6 Millionen Internetsubscribern auf der Mondoberfläche. Da der Chip gut eingepackt sein muß, ist diese Marketingaktion technisch aufwändig und teuer und soll, trotz der Unscheinbarkeit dieses Programmstarts, klarstellen welche Größenordnung von “human presence” langfristig gemeint ist.




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